Auswirkung des fallenden Ölpreises | AVS Valuation

Seit Mitte 2008 sinken die Ölpreise deutlich. Gerade im letzten halben Jahr hat der Brent-Preis mehr als 30% eingebüßt. Die OPEC-Staaten haben zwar eine Einigung über Limits von Fördermengen, jedoch halten nicht alle Mitglieder die Förderlimits ein, sodass es ein Überangebot am Markt gibt und die Ölpreise fallen. Auch eine Konferenz der OPEC-Staaten in der letzten Novemberwoche hat nicht zu Resultaten geführt, welche eine Steigerung des Ölpreises in naher Zukunft prognostizieren. Einige Experten gehen davon aus, dass der Preis bis auf 60 US Dollar fallen wird. Saudi Arabien, der größte Öllieferant der Welt, hat keine Probleme mit den niedrigen Preisen. Für andere gibt es große Auswirkungen. Die russische Wirtschaft, welche bereits von Sanktionen der westlichen Länder stark beeinflusst wird, hängt zu einem großen Teil am Export von Öl und auch Venezuela steht aufgrund fallender Ölpreise vor Staatspleite. Auch das in den USA zur Ölgewinnung genutzte „Fracking“ ist nur bis zu einem Ölpreis zwischen 65 und 70 US Dollar rentabel. Auf der anderen Seite gibt es auch Nutznießer der fallenden Ölpreise. Für Fluggesellschaften sind die Ölpreise einer der größten Kostentreiber im laufenden Geschäft. Oftmals ist nicht der gesamte Bedarf an Treibstoff abgesichert; daher führen fallende Ölpreise zu großen Kosteneinsparungen, welche sich auch an den Märkten widerspiegeln. Nachdem Aktienkurse von Fluggesellschaften durch die Angst vor dem Ebola Virus sanken und sich die Kreditspreads erhöhten, kann man im Oktober und November wieder eine Verbesserung der Lage der Flugzeugunternehmen feststellen, welche auf fallende Ölpreise zurückzuführen sind.


Ein Beitrag der AVS-Valuation GmbH, Frankfurt am Main. Für Rückfragen stehen wir gerne unter clientsupport@avs-valuation.com zur Verfügung.

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