Kauf von Staatsanleihen durch die EZB | AVS Valuation

Im Dezember 2014 hat die Europäische Zentralbank (EZB) eine Bilanzerhöhung von 1 Billion Euro beschlossen, was als implizites Signal von „Quantitative Easing“ (QE), d.h. den Kauf von Staatsanleihen angesehen wird.

Der Ölpreis ist seit Januar 2014 mehr als 44% gefallen; damit erhöht sich das Risiko von Deflation und einer Rezession in der Eurozone. Als Reaktion hat die EZB den Leitzins bereits auf nahe Null gesetzt und seit September angefangen, Pfandbriefe und Asset-Backed-Securities einzukaufen. Solche Maßnahmen werden jedoch nicht als ausreichend angesehen, um die Eurozone von einer Deflationsbedrohung abschirmen zu können: Die EZB hat bisher für über 30 Milliarden Euro Pfandbriefe und ABS gekauft, und die Gesamtsumme könnte bis Ende 2015 auf ca. 200 Milliarden Euro steigen. Aber selbst wenn die EZB zusätzlich beginnt, Unternehmensanleihen zu kaufen, würde der Umfang solcher Transaktionen nicht mehr als 100 Milliarden Euro betragen. Damit wäre die EZB immer noch weit von ihrem Ziel entfernt.

Die Erwartung des Markts ist, dass die EZB Käufe von Staatsanleihen ab dem 1. Quartal 2015 tätigt. Allerdings könnte dieser Plan praktische und politische Probleme mit sich bringen. Jens Weidmann, der Präsident der Deutschen Bundesbank, spricht sich gegen den Kauf von Staatsanleihen aus. Laut Weidmann gibt es nicht genügende Beweise dafür, dass QE in der Eurozone so gut wie in USA, Großbritannien und Japan funktionieren wird, auch wenn QE die Inflation anheben könnte. Außerdem könnte es auch sein, dass die Steuerzahler durch QE deutliches Risiko übernehmen würden, denn die Anleihen einiger Staaten in der Eurozone tragen momentan erhebliche Kreditrisiken.


Ein Beitrag der AVS-Valuation GmbH, Frankfurt am Main. Für Rückfragen stehen wir gerne unter clientsupport@avs-valuation.com zur Verfügung.

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